Über Uns

Narrenzunft Kuckuck

Schon immer war es der Kuckuck der in Litzelstetten eine große Rolle spielte.

Bietet doch das Dorf, am Überlinger See gelegen, mit seiner Uferlandschaft und den bewaldeten Hügeln einen idealen Lebensraum für den Kuckuck. So ruft er denn auch vom zeitigen Frühjahr an, vom Purren (höchster Punkt der Gemeinde), vom Rinzler und von den Uferhalden, lässt sein „Kuckuck, Kuckuck“ bald hier, bald dort ertönen und verteilt seine Eier in fremde Nester. Er verstummt aber jäh an „Peter und Paul“, am Patrozinium, und das nachdem er Kirschen genascht hat und davon heiser geworden ist.

Den Litzelstettern wird gern der Name Kuckucksmetzger angehängt. Vielleicht war der damalige Gemeinderat daran schuld, denn er versuchte nämlich während einer Kuckucksplage, so berichteten die ältesten Einwohner, dem Unwesen dieser Vögel ein Ende zu bereiten und schickten sich an die Kuckucke in einem Gehege zu fangen und zu „metzge“! Aber was soll‘s, die Kuckucke entflohen und neckten weiter am See, vom Purren bis zum Rinzler.

Dieser Narrenstreich der für den Kuckuck spricht, war Anlass ihn als Symbol für die Litzelstetter Fasnet zu wählen, als 1952 im Gasthaus „Krone“ die Narren- gesellschaft „Kuckuck“ gegründet wurde. Wohlbehütet von der Patenzunft, den Mainauer Paradiesvögeln, wuchs der Kuckuck in wenigen Jahren heran. Unter den Präsidenten und Zunftmeister: Johann Gensle, Stephan Riedle, Franz Honsel, Adalbert Deggelmann, Heinz Müller, Andreas Kunkel und Johannes Grundel brütete er einiges aus. So wurde 1960 ein neues Häs für den Elferrat entworfen, 1964 die neue Maske des Kuckucks von Florian Schlosser aus Eigeltingen geschnitzt und der Häs von der Firma Stuhler in Konstanz geschneidert. Auch wurde 1964 die Narrenzunft in die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee aufgenommen. Nach dem das alte Kuckucksnest „Gasthaus Krone“ aus allen Nähten zu platzen drohte, hat man 1969 das erste winterfeste Zelt aufgestellt. 1971 feierte man ein fast 20jähriges Jubiläum, wobei das Narrentreffen der Hegau-Bodenseevereinigung ausgerichtet wurde. Im gleichen Jahr wurde auch der Kuckucksbrunnen an der Grundschule feierlich eingeweiht.

Ein besonderes Datum dürfte auch der 11.11.1976 sein. Dieses Datum gilt als Geburtstag des Fanfarenzugs Kuckuck. Der Fanfarenzug ist nicht nur durch sein gekonntes Spiel, sondern auch durch seine engagierten Mitarbeit und seine einfallsreiche Bühnenauftritte aus der Litzelstetter Fasnet nicht mehr wegzudenken. 1977 hat man zum 25jährigen Jubiläum einen großen Umzug in Litzelstetten ausgerichtet. 1983 die erste Fasnet im neuen Kuckucksnest in der Seeblickhalle. 1988 hat unser langjähriger Freund und Gönner Hermann Fuchs den 1. Fastenfunken nach mehrjähriger Pause, auf dem Purren, wieder ins Leben gerufen. Eine negative Erfahrung machte man 1991, als die Fasnet wegen des Golfkrieges abgesagt wurde. Im Jahr 2000, nach 23 Jahren ohne eigenes Nest, konnten wir dank der Familie Kleefass in unsere neue Zunftstube einziehen. Im Dezember 2010 mussten wir schweren Herzen diese Räumlichkeiten aufgeben. Durch den Einsatz von unserem Ortsvorsteher Rudolf Riedle und unserem Ortschaftsrat wurde das am Dorfplatz gelegene und renovierungsbedürftige Milchhäusle ausgemacht. Vom September 2011 bis Juni 2012 wurde dieses Kleinod zur neuen Zunftstube von den Mitgliedern der Narrenzunft, vielen Handwerker aus nah und fern, sowie mit freiwilligen Helfern ausgebaut. Am 24.6.2012 wurde das umgebaute Milchhäusle, mit dem Segen der katholischen und evangelischen Kirche und dem neuen Ortsvorsteher Heribert Baumann feierlich der neuen Bestimmung übergeben. Dazwischen feierte die Narrenzunft an der Fasnet 2012 ihren 60 jährigen Geburtstag.

Zum guten Schluss möchte ich noch allen Helfern, Gönnern, Freunden und den vielen engagierten Elfer danken, ohne die vom ersten Tag bis heute die Litzelstetter Fasnet nicht möglich gewesen wäre. Mit diesem Elan, greift die Narrenzunft „Kuckuck“ Litzelstetten die nächsten 60 Jahre an.

Der Chronist